Ristorante Sirmione

Sonntag, 19. April 2009 um 18:51

„ Was ich am Anfang nicht trenne, brauche ich später nicht zusammenfügen“
Richard von Weizsäcker

Mutmacher für die Gesamtschulbewegung
Wir leben in einer Demokratie, in der die Gesetze für die Menschen gemacht und nicht die Menschen für die Gesetze
verbogen werden sollten. Um dies im Bereich der Schulpolitik umzusetzen, haben wir uns auf den Weg gemacht. Jeder
an seinem Platz und auf seine Art.
Politiker kann man nur auf eine Weise in Bewegung bringen: Man muß sie an ihren Wählern packen.
Herr Wulff und Frau Heister- Neumann haben ja ausgiebig ein selektiv- manipulatives Verhältnis zur Wahrheit bewiesen.
Ersterer sagte z. B., daß das G8 ein internationaler Standard wäre und deshalb auch in den IGS umgesetzt werden
müsse: Verleugnend verschwiegen wird dabei,
  • daß uneingeschränkt Gesamtschulen, zumeist als Ganztagsschulen internationaler Standard sind;
  •  daß auf der Basis dieses Standarts die großen Industriestaaten in den letzten 10 Jahren den Anteil der Abiturabschlüsse um 41% steigern konnten (Deutschland 5%);
  • daß damit Abiturraten pro Jahrgang von bis zu 50 % erreicht werden (Musterschüler Bayern: 17%; An den Migranten liegt es nachweislich nicht!);
  • daß z. B. in der IGS Göttingen 50 % aller Schüler mit Hauptschulempfehlung das Zentralabitur ablegten (Dabei erreichte die Schule einen besseren Durchschnitt als 97% aller Gymnasien.);
  • daß nachweislich von einer integrierten Beschulung die Schüler aller Leistungsbereiche profitieren und solidarischesVerhalten (geringere Gewaltbereitschaft!) gefördert wird;
  • daß an IGS ein deutlich größerer Leistungszuwachs als an Gymnasien gemessen wurde;
  • daß die Eltern (dort wo sie können!) mit großer Mehrheit die IGS wählen.
Und wenn man dann noch weiß -wie eine Wiesbadener Studie es zeigte-, daß dort von Grundschülern mit gleichem
Zensurendurchschnitt 70% eine Gymnasialempfehlung bekamen, wenn mind. ein Elternteil Akademiker war und zu
20% wenn kein Elternteil Akademiker war, dann ist folgendes auch praktisch belegt:
Erziehungs- und Neurowissenschaftler sind einhellig der Meinung, daß die Schulprognose im 10. Lebensjahr
und die Aufspaltung des Schulbetriebes in vier Glieder unsinnig und schädlich ist.
Fachpolitiker aller relevanten Parteien, der Grundschulverband, das ifo, die DIHK, Handwerkskammern, der Bundeselternrat,
BM von der Leyen, der Bundespräsident, Bischhof Huber, ... fordern die uneingeschränkte Überwindung des
gegliederten Schulsystems! Der Vorsitzende des Philologenverbandes Schleswig- Holstein hat auch nichts dagegen.
Ohne den in vielen Industrieländern unüblichen Nachhilfeunterricht bräche es zusammen. Die zur Korrektur der unnötig
entstandenen Probleme vielbeschworene „Durchlässigkeit“ ist belegbar unzureichend.
Das gegliederte Schulsystem ist weder christlich, noch sozial, noch liberal!
Aber Schulpolitik ist leider ein von Pseudoexperten geführter Ideologiestreit, unter dem Schüler wie Lehrer leiden. Studien
die dies an den Tag bringen, werden von der Kultusministerkonferenz manipulativ übersetzt. Die dritte Pisa- Stuwird
nun peinlicherweise deshalb erstmals im Original auch in Deutsch veröffentlicht.
Aussagen wie diese: „Es ist egal, welches Schild an einer Schule hängt.“, offenbaren nur die völlige Ahnungslosigkeit
der „Entscheidungsträger“ über die Andersartigkeit des Lehrbetriebes an einer IGS.
Das viergliedrige Schulsystem mit dem geschummelten G8 erzeugt Sitzenbleiber, Abschüler, Ohnabschlußabgänger,
eine schlechte Abschlußrate und ausgebrannt- frühpensionierte Lehrer. Es trägt seinen Teil zu vielen gesellschaftlichen
Problemen bei. „Der gesellschaftliche Zusammenhalt muß gestärkt werden.“ sagte Herr Schäuble bei der Vorstellung
des Jugendgewaltberichtes am 17.03.09: „Was ich am Anfang nicht trenne, brauche ich später nicht zusammenfügen.“!
Mit seinem gleichmacherischen Sortieren und Passivität und Unterordnung trainierenden Frontalunterricht ist es ein
Instrument der Herrschaft von Ignoranz und Überheblichkeit über Uninformiertheit und Vertrauensseeligkeit.
Denn was lernt jeder im Frontalunterricht: „Die Klappe halten!“.
Und woran krankt dieses Land am meisten? Zufall?!
Der vordemokratische Filz auf Basis des Gegenleistungsprinzips in allen Parteien hat hier leider noch das Sagen. Aber
wenn sogar die Schweizer Banken internationale Standarts akzeptieren, dann stehen auch hier die Zeichen gut.
Der Fünfzügigkeitszwang, das Ganztagsschulverbot und der Zwang unter den derzeitigen Vorgaben für das G8 die
Lerngruppen erneut zu spalten (!) ist ein direkter Angriff auf die Entwicklungs- und Existenzgrundlage der IGS.

Er wird geführt unter dem Deckmantel der „Gleichbehandlung“, die ihr sonst zum Vorwurf gemacht wird.
Nutzlos! Denn auf Dauer siegt die Wahrheit.
Die Elternbefragungen erfolgen Schlag auf Schlag und ergeben erfreuliche Werte bis über 90%. Es steht nur die Frage,
wo und wann die nächsten integrierten Gesamtschulen kommen und wie schnell die Lawine wächst.
Die errichteten Hürden werden immer absurder und demaskieren die sachfremden Motive der Bremser. Wenn nun gefordert
wird, daß für die Beantragung einer IGS die Schülerzahlen auf 15 Jahre vorhergesagt werden, dann muß das
Kultusministerium auch mitteilen, welcher Wahrsager dafür verfahrenszugelassen ist.
Die Schulstandorte sind nicht durch die Befürworter der IGS bedroht, sondern durch eine seit Jahrzehnten verfehlte Familien-,
Schul-, Sozial- und Kirchturmpolitik aller Parteien und den nicht sachgerechten Fünfzügigkeitszwang.

Auf dem Land ist eben die IGS unter Integration der Förderschule und von behinderten Kindern
genau die Möglichkeit, um Schulstandorte zu sichern.


Dabei könnten mehrere kleine Schulen einer gemeinsamen Oberstufe zuarbeiten.

Die „Konzepte“ der Landesregierung erinnern an das Schweinescheren in Büttenwarder: viel Geschrei und wenig Wolle.
Und in dem Bundesland mit der geringsten Dichte an Schulpsychologen werden noch die Hälfte der Stellen abgebaut.
Unterm Strich geht es in allen Bereichen nur darum, möglichst viele Lehrerstunden einzusparen, um den von der
Politik verschlafenen Nachwuchsmangel der Pädagogen in seinem Aufprall in den nächsten Jahren etwas zu dämpfen.

Wieder heißt es: „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben.“

Die Parteien sollten in der Lage sein, aus dem unstrittigen Handlungsbedarf ein vernünftiges Konzept abzuleiten und
nicht die negativen Folgen auf unsere Kinder. Da aber die Wahrheiten unangenehm sind und sogar der Bürgerwille gescheut
wird, geht es nur über eine Realitätsbildung durch ihn, durch uns!

Das Erziehungsrecht haben die Eltern

und weder Staat noch Parteien. Wir delegieren es zeitweise für den Bildungsauftrag an die Schule.
Der Staat hat die Rechtshoheit, aber Rechte generieren Pflichten:

Er hat die Pflicht die Schulen so zu organisieren und zu finanzieren, wie wir als Eltern sie für unsere Kinder wollen.
Schule ist systemrelevant!

Als Eltern haben wir die Schulpflicht umzusetzen, aber Pflichten generieren Rechte:

Wir haben das Recht die Schulform einzufordern, die sich auf der Basis von Vernunft und dem Stand der Wissenschaft
als die angemessene für eine demokratische Republik erwiesen hat.

Die Elternschaft und Familie als Keimzelle der Gesellschaft ist die Quelle des Verfassungsgegenstands. Angesichts von
Finanzorgienkrise und Parteienerosion muß die Republik wieder res publica werden, um der „res teutonica“ keinen
Raum zu lassen.
Packen wir es also an und fordern von den Politiker nur das, wofür sie gewählt wurden:
Die konstruktive Umsetzung der ihnen vom Volk verliehenen Willensgewalt zum Wohle unserer Kinder und der Zukunft
Deutschlands in Europa.
Wir sind die Eltern!

Dipl.- Med. Andreas Thumulla, Elterninitiative „IGS für SFA“ Bomlitz, den 24.03.09
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Weiterführende Literatur und Herkunft der Argumente weise ich gerne nach.
Telefon: 05161/ 94 90 90 Telefax: 05161/ 94 90 92 Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können. Internet:www.igs-sfa.de
Mitglied im Elternverband für Gesamtschulen Niedersachsen www.elternverband-gesamtschule.de
Mitglied werden!
Vor allem über die Anträge der genannten Politiker sowie aus Kultusministerium und Schulbehörden würden wir uns
aufrichtig freuen!
Aktualisiert ( Sonntag, 19. April 2009 um 19:11 )